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Bundesfinale Jugend forscht

Nachdem er schon zu Schulzeiten bei uns bei Jugend forscht aktiv und erfolgreich war, errang Ben Schüler nun im Bundesfinale dieses Wettbewerbs einen dritten Platz! 

Er berichtet von dem Wettbewerb und wie ihm die AG an unserer Schule den Weg zur Forschung bereitet hat:

 

Organe aus dem Labor statt aus der Organspende? Genau daran habe ich in den letzten Jahren geforscht und durfte mit meinem Projekt im Mai 2026 sogar beim Bundesfinale von Jugend forscht bei Schaeffler in Herzogenaurach antreten.

In meinem Projekt „Organmassenproduktion?! HLA-Silencing von de- und rezellularisierten Organen" geht es darum, Lebergewebe zu dezellularisieren, also von seinen ursprünglichen Zellen zu befreien, und anschließend genmodifizierte neue Leberzellen in dem übrig gebliebenen Scaffold, der extrazellulären Matrix, zu kultivieren. Das langfristige Ziel ist, Organe komplett in vitro herzustellen. Damit der Körper eines Empfängers das so erzeugte Organ nicht abstößt, wurde mittels genetischer Modifikation ein Zelloberflächenprotein herunter reguliert, das normalerweise eine Abstoßung des Organs im Rezipienten auslöst. Das Projekt habe ich zusammen mit Jonas Knaup durchgeführt, den ich im Rahmen meines Freiwilligen Wissenschaftlichen Jahres an der MHH kennengelernt habe.

Angefangen hat alles ganz klein in der Chemie AG unserer Schule, der Ort, den ich euch nur ans Herz legen kann, wenn ihr selbst ein solches eher ambitioniertes aufwändiges Projekt starten wollt oder erste Erfahrungen mit den Naturwissenschaften machen möchtet. Ich wollte unbedingt ein medizinisches Projekt umsetzen und "echte" Forschung betreiben; dabei wollte ich mich nicht von der schulischen Infrastruktur einschränken lassen. Aus ersten holprigen Versuchen, Förderanträgen und viel investierter Zeit konnten wir mithilfe von Herrn de Vries und Frau Brakhuis schon ein richtiges Projekt auf die Beine stellen. Hier war viel Eigeninitiative gefragt, aber wenn man diese an den Tag bringt, tun die Lehrer der AG auch alles, um deine Idee zu verwirklichen. In meinem freiwilligen Jahr habe ich nach Anfrage mein Projekt mit Laborinfrastruktur erweitern und deutlich verbessern können und bin dann bei Jugend forscht angetreten.

Beim Bundesfinale selbst gab es 116 Projekte von 159 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Fachbereichen in einer modernen Fertigungshalle von Schaeffler zu sehen, dazu Panel-Talks und viel zu gute Verpflegung für Leute in unserem Alter. Wir wurden sogar von Adidas bewirtet und durften den riesigen Freizeitcampus erkunden, wo zu derzeit die Nationalmannschaft residierte.

Die Beste Erfahrung war allerdings der Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einer geradezu überwältigenden Stimmung wissenschaftlicher Passion. Eine Teilnehmerin forschte an magnetgesteuerten Nanorobotern für die medizinische Anwendung, ein anderer hatte mittels KI eine Software programmiert, die gegen Scam-Anrufe schützt und seine Idee zum Unternehmen gemacht. Auf alle zwei Meter drängte sich ein neues spannendes Projekt. Das hat mich dazu gebracht, mich auch für andere Forschungsbereiche zu interessieren. Genauso wichtig waren die Kontakte, die dort entstanden sind: Mit einigen Teilnehmenden stehe ich bis heute in Verbindung, teilweise arbeiten wir sogar an gemeinsamen Ideen weiter.

Dass es am Ende für den dritten Platz gereicht hat, hatten wir nicht unbedingt erwartet, da 16 andere Projekte, die auch Landessieger wurden, in unserem Fachgebiet teilnahmen und bei der Siegerehrung in dem Riesigen Saal mit allen Teilnehmenden und Ehrengästen zusammensaßen. Die Freude war entsprechend sehr groß, als wir auf die Bühne gerufen wurden.

Wer selbst Interesse an einem anspruchsvollen Forschungsprojekt hat, sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass es zunächst groß und aufwendig wirkt. Es braucht viel Eigeninitiative, aber Unterstützung ist vorhanden: Die Lehrkräfte der Chemie AG helfen zum Beispiel bei der Organisation und stellen Arbeitsraum zur Verfügung. Es lohnt sich außerdem, selbst Unis und Labore anzuschreiben und nach Praktikumsplätzen oder Kooperationsmöglichkeiten zu fragen.

Das Netzwerk, das man über einen Wettbewerb wie Jugend forscht aufbaut, ist am Ende genauso viel wert wie die eigentliche Forschungsarbeit und die Auszeichnungen, die man gewinnen kann.

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