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Interview mit Luzie R.

Wir haben ein spannendes Interview mit Luzie R., die sich sehr politisch engagiert und den Zonta-Preis 2020 überreicht bekommen hat, worüber wir letzte Woche schon berichtet haben, durchgeführt.

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Frage: Wie ist es dazu gekommen, dass du dich bei „Fridays for future“ engagierst?

Antwort: Ich war allgemein schon sehr lange an Klimaschutz und Umweltschutz interessiert. Das fing an, als mir meine Schwester einen absolut nicht geeigneten Film für mein damaliges Alter mir gezeigt hat, in welchem der Weltuntergang als Folge des Klimawandels thematisiert wurde. Man hat mir dann noch in der Grundschule erzählt, dass wegen des Klimawandels Tiger bald aussterben würden. Ich hab dann angefangen 50 Cent an WWF für die Tiger zu spenden und ein paar Jahre darauf bin ich schon bei den Grünen eingetreten. Wenn man dann natürlich mitbekommt, dass sich so eine Bewegung aufbaut, ist man natürlich direkt dabei. Zuerst haben sich nur Menschen aus Leer versammelt, um in Oldenburg die Demonstration zu besuchen, aber bald haben wir dann die eigene Ortsgruppe gegründet. Seitdem bin ich dabei und es macht super viel Spaß. Jedem Interessierten kann ich wirklich ans Herz legen, sich das mal bei uns anzugucken.

 

Frage: Wie lange engagierst du dich schon politisch?

Antwort: Ich engagiere mich tatsächlich seit ein paar Jahren. Ich glaube, ich bin vor drei Jahren den Grünen beigetreten. Damals war ich aber noch lange nicht so aktiv wie heute. Exponentiell ist das Engagement natürlich gestiegen, als FFF kam und man gesehen hat, wie viele Menschen, die gleichen Interessen vertreten wie du. Und natürlich die direkte Aufmerksamkeit der politischen Akteure, als wir unseren Ortsverein gegründet hatten. Man war direkt drin und konnte endlich all das Wissen, was man sich angeeignet hatte über die Jahre, verwenden, um etwas zu verändern.

 

Frage: Was sind deine Ziele, die du mit „Fridays for future“ erreichen möchtest?

Antwort: Das kann ich gar nicht so differenzieren. Egal ob mit Grüner Jugend, allgemein mit Parteien, Organisationen oder Bewegungen, möchte ich eine klimafreundliche, umweltfreundliche und auch tierfreundliche Welt erreichen. Zudem denke ich, dass wir schon ein Ziel erreicht haben. Der Klimawandel war und ist bis heute ein beliebtes Gesprächsthema geworden, was man überall erkennen kann. Egal ob in der Politik, in der Schule, im Supermarkt – jeder diskutiert, überlegt, überdenkt – das ist einfach großartig!

 

Frage: Was bedeutet der Zonta-Preis 2020 für dich?

Antwort: Der Zonta Preis war eine riesige Bestätigung und auch Motivation für mich. Es gab natürlich schon einige stressreiche Zeiten, besonders wenn es in die Arbeitenphase geht, und nicht immer sieht man einen Erfolg, bei dem, was man tut. Von einem so tollen Verein ausgezeichnet zu werden, war wirklich ein schöner Moment- besonders weil meine Familie mit mir dort war und jede Teilnehmerin mit ihrer Bewerbung vorgestellt und geehrt wurde. Zonta setzt sich übrigens für Frauenrechte, Bildung für alle und gegen Gewalt an Frauen ein. Dementsprechend war die Ehre wirklich groß.

 

Frage: Wofür möchtest du das Preisgeld verwenden?

Antwort: Ehrlich gesagt, weiß ich das noch gar nicht. Vorbildlich wäre es natürlich, das Geld für einen Verein zu spenden, am besten, der sich für den Klimaschutz einsetzt. Aber, um mal ganz ehrlich zu sein, irgendwie hätte ich auch mal Lust, etwas egoistisches zu kaufen. So als kleine Belohnung. Da mir aber nichts einfällt, werde ich mir doch mal Gedanken über mögliche Anlaufstellen machen.

                                                                                                                         

Frage: Wenn du etwas in der Welt, ohne irgendwelche Hürden, verändern könntest, was würdest du tun?

Antwort: Ich denke, das ist eine schwierige Frage. Hätte ich diese Macht, würde ich mir erst einmal ein Komitee zusammensuchen. Alles, was man verändert, hat Nachwirkungen. Man könnte nicht direkt von Kohle umsteigen oder Ähnliches. Teilweise hat es ja auch seine Gründe, warum nicht alles etwas schneller läuft. Was mir jedoch wirklich nicht einleuchtet, ist, dass wir kein Tempolimit haben. Wahrscheinlich würde ich das direkt umsetzen.

 

Frage: Wir haben gehört, dass du auch in der Fernsehshow bei Günther Jauch zu sehen warst. Wann war das genau? Wie hat dir die Teilnahme gefallen?

Antwort: Oh ja. Am 9.12.2019, bei „Menschen, Bilder, Emotionen“, einer Jahresrückblicksendung. Stern.Tv ist auf Instagram auf mich aufmerksam geworden, da ich „NoPoo“ mache (bedeutet, ich benutze kein Shampoo), eben der Umwelt zur Liebe (Mikroplastik und Plastik allgemein). Daraufhin habe ich ein bisschen erzählt, was ich so mache für die Umwelt und wurde bald schon eingeladen. Das war wirklich cool, mal so zu sehen, wie das Backstage abläuft, etwas Luxus zu erleben und im Fernsehen über St. Pauli zu reden.. Es war jedoch auch echt stressig, so in der Schulzeit. Aufgeregt ist man vorher ja schon, auch wenn man das gar nicht so bemerkt.

 

Frage: Hast du schon Pläne für die Zukunft, wie du dich weiter engagieren möchtest?

Antwort: Ich werde natürlich versuchen, mich weiterhin da zu engagieren, wo ich mich bisher engagiert habe. Ob es danach darauf hinausläuft, dass ich in die Politik gehe oder mich anderswo engagiere – Klimaschutz möchte ich auf jeden Fall zu meinem Beruf machen. Das macht mir Spaß und ist meine Leidenschaft. Ich freue mich für jeden, wenn er auch eine hat.

 

Vielen Dank für das Interview!

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