Abitur 1963 machten 44 Jungen am „Gymnasium für Jungen“ in Leer Abitur : jetzt trafen sie sich wieder

       

1963 machten sie in Leer am „Gymnasium für Jungen“, dem heutigen Ubbo-Emmius-Gymnasium, Abitur. Nach 40 Jahre trafen sich folgende ehemaligen Klassenkameraden dort wieder: (von links) Günther Arnulf, Freiherr Dietmar von Landsberg, Jörg Kröger, Professor Dr. Christian Ohrloff, Egon Kreienbrock, Dr. Hans Petersen, Hartwig Diddens, Professor Dr. Andreas Lindemann (hinten), Horst Kaul, Hans-Dieter Wilts, Dr. Jörg Wobst, Hans-Jürgen Plöger (vorn), Fred Marquardt (dahinter), Eberhard Aulbert, Wolf Schimmang, Hans Skrasting, Christian Schönwald und (ganz vorn, Mitte) Dr. Ekkehard Hundt.

Seit 40 Jahren halten die ehemaligen Klassenkameraden Kontakt: Alle fünf Jahre treffen sie sich in Leer wieder.

Leer / EW - „Hier stand mal das alte Lehrerhaus“, erinnert sich Dr. Jörg Wobst. Inzwischen ist die ehemalige Direktorenwohnung abgebrochen. Sie musste in den 70er Jahren einem Neubau mit Eingang zum Ubbo-Emmius-Gymnasium weichen. Aber den früheren Eingang in ihre alte Schule finden die Klassenkameraden noch. Vor 40 Jahren haben sie im heutigen UEG Abitur gemacht. Damals hieß es noch „Gymnasium für Jungen“. Die Mädchen gingen aufs Teletta-Groß-Gymnasium, einem Lyzeum. Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre waren die Sitten noch streng: Damit sich die Jungen und Mädchen bloß nicht in der Schulzeit trafen, klingelte es unterschiedlich zur Pause.

Ein altes Foto von 1963 zeigt die Abiturienten im dunklen Anzug mit weißem Hemd und Schlips. Die förmliche Aufmachung wich Ende der 60er Jahre einem bequemeren Look.

Einer, der damals für die Ostfriesen-Zeitung über die Studentenunruhen in Berlin berichtete, ist Fred Marquardt. „Gutes Geld“ verdiente er als Student mit seinen Berichten über Berlin und auch über seine vielen Reisen, die er durch den ganzen vorderen Orient machte.

Dennoch wurde Fred Marquardt nicht Journalist. Nach einem kurzen Ausflug in die Seminare für Publizistik und Theaterwissenschaft sattelte er auf Germanistik und Geschichte um und wurde Lehrer. Heute ist er Prüfungsreferent für das Fach Deutsch beim Senator für Schulwesen in Berlin.

Auch Dr. Ekkehard Hundt erinnert sich noch gut an die Ostfriesen-Zeitung, immerhin arbeitete dort sein Vater, Albrecht Hundt. Bis 1963 war er „Hauptschriftleiter“, heute heißt das Chefredakteur. Sohn Ekkehard studierte Physik und Astronomie, wurde Verlagslektor in Mannheim und lebt heute mit seiner Frau Susanna, ebenfalls einer Leeranerin, in St. Augustin bei Bonn.

Zum Klassentreffen ist auch Wolf Schimmang, der ältere Bruder des Schriftstellers Jochen Schimmang, aus Bielefeld angereist. Er ist zwar nicht Schriftsteller geworden, schreibt aber ebenfalls: als Kulturredakteur bei der „Neuen Westfälischen“.

Alle fünf Jahre treffen sich die ehemaligen Klassenkameraden in Leer wieder. Das haben sie die ganzen 40 Jahre durchgehalten. Drei Klassen mit 44 Jungen machten 1963 Abitur, rund die Hälfte kam jetzt zum Jubiläum. Die meisten gingen nach dem Abi aus Ostfriesland weg. Zum Klassentreffen reisten sie aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Belgien an.

Dr. Jörg Wobst, der in Leer als Arzt praktiziert, organisierte das Treffen diesmal. Mittwochabend kamen alle im Kulturspeicher zusammen. Alte Fotos und Geschichten von „damals“ machten die Runde.

Donnerstagvormittag führte sie Dirk Ellée, Lehrer am UEG, durch das Gymnasium. Anschließend machten sie eine Tour durchs Rheiderland und besichtigten unter anderem das Emssperrwerk. Abends trafen sich die ehemaligen Schulkameraden noch einmal im Taraxacum. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein.

 

OZ, 3.5.2003